
Das makroökonomische Bild wird gerade schwächer. Das Handelsbilanzdefizit wird wieder größer, während die Exporte stagnieren und die Importe hoch bleiben. Die USA verbrauchen mehr, als sie produzieren. Das ist keine Stärke. Das ist Nachfragedruck.
Die Produktivität ist gerade auf 4,2 % gestiegen. Auf den ersten Blick wirkt das bullisch. Ist es aber nicht. Die Produktivität steigt, während die Einheitslöhne auf 1,6 % ansteigen, bedeutet, dass Unternehmen mehr Output aus der gleichen Zahl an Mitarbeitern herausholen, ohne die Lohnpressung zu verringern. Die Margen bleiben unter Druck. Die Inflation verschwindet nicht.
Das echte Signal liegt im Arbeitsmarkt. Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe sind gerade auf 226.000 von 199.000 gestiegen. Die laufenden Ansprüche stiegen auf 1,897 Mio. Der Arbeitsmarkt bröckelt, bricht aber nicht zusammen. Genau diese Umgebung wird von den Märkten falsch bewertet: Wachstumsangst steigt, während die Inflationsdruck nicht verschwindet.
Erste Reaktion: BTC und ETH steigen stark. Risikoaktiva laufen einer weicheren Fed-Narrative voraus. Der Dollar lockert sich und die Liquidität erreicht zuerst Kryptowährungen. Die Flüsse verfolgen Beta.
Zweite Reaktion: Die Bewegung stockt. Höhere Löhne plus schwache Handelsdaten halten die Inflation hartnäckig. Die Fed eilt nicht, Zinssenkungen vorzunehmen. Die Liquidität wird erneut enger, die Kurse fallen, dann verlieren sie an Kraft.
Bias: Kurzfristig bullischer Impuls, mittelfristig bärischer Druck. Es handelt sich nicht um eine klare Durchbruchsregime. Es ist ein Liquiditätshandel, kein struktureller Trend.
Aufhebung: Wenn die Zahl der Arbeitslosenmeldungen im nächsten Bericht stark sinken, stirbt diese Konstellation ab. Solange dies nicht der Fall ist, sind Aufschläge Liquiditätsevents, keine neuen Zyklen.
Wer sich fängt: Einzelhändler, die die erste grüne Kerze kaufen, und Makro-Bären, die den initialen Anstieg kurz verkaufen. Beide handeln zu früh. Dieser Markt belohnt Geduld, nicht Vorhersage.

