Die aktuelle Entwicklung des Gesetzes ist für Coinbase und die gesamte Kryptowelt wie eine „Wendung am Abgrund“ – ursprünglich drohte die Belohnung für stabile Münzen möglicherweise vollständig verboten zu werden, doch nun scheint sich eine neue Möglichkeit für Ausnahmen zu eröffnen. Wir analysieren, warum diese scheinbar trockene Gesetzgebungsdebatte in Wirklichkeit ein Schicksalsduell zwischen mehreren großen Akteuren der digitalen Werte ist.
„Lebenstritt“: Coinbase atmet auf, während die Debatte um die Regulierung weitergeht
Der kürzlich vom Finanzausschuss des US-Senats veröffentlichte Entwurf des Gesetzes zur Struktur des Kryptomarktes sieht zwar strenge Kontrollen für die Ausgabe stabiler Münzen durch Kryptobörsen vor, enthält aber einen entscheidenden Ausnahmepunkt –
Stabile Münzbelohnungen, die mit Treue- oder Mitgliedschaftsprogrammen verbunden sind, können weiterhin ausgezahlt werden.
Das bedeutet, dass Unternehmen wie Coinbase ihre „Token-Belohnungen“ einfach als Teil eines Mitgliedschafts- oder Treueprogramms darstellen könnten und damit ihre bestehende Geschäftsmodell weiterhin legal fortsetzen könnten. Für Coinbase wäre dies ein echtes „gezieltes Freispruchsschutzschild“, schließlich verdiente das Unternehmen letztes Jahr allein durch Zinsen aus USDC etwa 1,3 Milliarden US-Dollar.
Coinbase verfolgt derzeit folgende Strategie: Nutzer legen USDC (eine dollarbasierte stabile Münze) auf der Plattform an, und das Unternehmen nutzt diese Mittel, um Zinsen zu erzielen, von denen es einen Teil als „Belohnung“ an die Nutzer auszahlt. Die Banken sind damit sehr unzufrieden – sie sehen darin eine Art „Kontenähnliche Dienstleistung“, die umgeht, dass keine Einlagenreserven erforderlich sind und keine FDIC-Versicherung besteht. Coinbase betont jedoch, dass es sich lediglich um eine Werbeaktion im Sinne von „Nutzerbelohnungen“ handelt, keine Zinszahlung.
Man kann sagen, der Kern dieser Debatte geht nicht um Geld, sondern um die Definitionsmacht. Wer bestimmt, was eine „Einlage“ ist und was als „Belohnung“ gilt, entscheidet oft über das Ökosystem einer Branche und das Schicksal von Unternehmen.
Entwicklung des Gesetzgebungsprozesses: Zuständigkeitsverteilung und zentrale Streitpunkte
Das zentrale Ziel dieses Gesetzes ist die Schaffung eines klaren Regulierungsrahmens für Kryptowährungen in den USA, darunter:
Klare Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen CFTC und SEC;
Klärung der Definition von „digitalen Waren“ (ohne Wertpapiere, Derivate und stabile Münzen);
Erforderliche Registrierung und Einhaltung der Vorschriften durch betroffene Institutionen, um der Branche klare Richtlinien zu bieten.
Der Vorsitzende des Senats-Agrar-Ausschusses, Tim Scott, erklärte, dass das Gesetz dazu dienen soll, die USA zu einem globalen Zentrum der Kryptoinnovation zu machen und Unternehmen einen stabilen politischen Rahmen für ihre Entwicklung zu bieten.
Das Gesetz verläuft jedoch nicht reibungslos. In der Fassung des Agrar-Ausschusses des Senats wurde die Anti-Geldwäsche-Regelung für dezentrale Finanzdienstleistungen (DeFi) vorübergehend gestrichen, da zwischen den Parteien weiterhin Differenzen bestehen.
Außerdem sind die Behandlung der Erträge aus stabilen Münzreserven, die Haftung von Entwicklern sowie die Zuständigkeit der SEC bei der Emission von Token weiterhin Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen.
Die Analyse von TD Cowen ist realistischer – selbst wenn das Gesetz dieses Jahr reibungslos vorangetrieben wird, wird die Verabschiedung vermutlich bis 2027 dauern, und die wirkliche Gültigkeit könnte bis 2029 hinausgeschoben werden.
Grund? Komplexe Interessen.
Einige demokratische Abgeordnete wollen Klauseln aufnehmen, die den Präsidenten Trump und seine Familie direkt daran hindern, Unternehmen im Bereich Kryptowährungen zu besitzen oder zu betreiben. Dies ist offensichtlich politisch sensibel. Letztendlich könnte dieser Teil der Regelung um drei Jahre verschoben werden, um eine Kompromisslösung zwischen den Parteien zu ermöglichen.
Coinbases „Schatten-Diplomatie“
Hinter all diesen Gesetzgebungsmaßnahmen ist Coinbase überall präsent.
Nach Angaben von Informanten kommuniziert Coinbase kontinuierlich mit Abgeordneten, um seine Belohnungsaktivitäten zu bewahren. Sollte das Gesetz zu streng werden, könnte Coinbase sein Unterstützung für das Gesetz zurückziehen – was die Chancen auf Verabschiedung erheblich beeinträchtigen würde.
Denn im Wahlzyklus 2023–2024 ist die Kryptobranche bereits eine der größten Spender von Unternehmensspenden geworden. Coinbase-CEO Armstrong spendete der Inauguration von Trump eine Million Dollar – ein klares Signal der „Einflusskapital“ in Washington.
Der Wettstreit zwischen Aufsicht und Innovation
Aus makroökonomischer Sicht ist dieser Wettstreit um „Belohnungen für stabile Münzen“ nicht nur ein Verteidigungskampf für Coinbase, sondern auch ein Experimentierfeld für die amerikanische Finanzaufsichtsmodell.
Wie kann Innovation innerhalb eines rechtskonformen Rahmens überleben, anstatt erstickt zu werden – das ist die zentrale Herausforderung für die Aufsichtsbehörden.
Coinbases Strategie ist dabei typisch: Zuerst am Rande der Grenze zu agieren, dann durch Lobbyarbeit Raum zu schaffen.
Wenn die Ausnahmeklausel letztendlich umgesetzt wird, würde dies nicht nur Coinbase eine Atempause verschaffen, sondern könnte auch der gesamten Branche stabiler Münzen eine „Grauzone zur Überlebensmöglichkeit“ bieten.
Die Zukunft des Kryptomarktes könnte möglicherweise genau in diesen scheinbar trockenen Gesetzesbestimmungen verfasst sein.
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